"Mit Graffiti verbinde ich die lebendige Kunst der Freiheit; Abstraktion - keine Regelbewandtnis, keine Beachtung der Linienführung. (…) Graffiti ist genau die Kunstrichtung, die sich von aller anderen bisherigen existierenden Kunst trennt und ihr eigenes Selbstbildnis in einem krassen Mittelpunkt präsentiert. Sie hat keinen Ursprung; sie ist der Anfang vom Ende. Sie ist ein, wenn nicht sogar das zentrale Ausdrucksmittel urbaner Lebensgefühle der Jugend von heute. Proklamationen, Signation und Personifikation beherrschen die Ausdrucksweise dieser Kunst. Graffiti ist die Kunst, in der ich alles ausdrücken kann, was ich selbst empfinde, sei es Positives wie auch Negatives. Durch die Umsetzung mit den geraden, runden und zackigen Linien, zeichne ich mir ein Bild meiner persönlichen Empfindung. Die Ausdrucksstarken grellen und krassen Farbtöne, die dem Betrachter gar schon fast in das Gesicht springen, reflektieren mit ihrem Farbspektrum das wieder, um was es geht. (…) Gefühle und Empfindung sind auch an eine Farbskala zu übertragen. Es gibt wohl keine weitaus modernere und jüngere Mal-Kunst als Graffiti, daher sollte sie gefördert an statt verpeinigt werden. Die Welt ist ein Zeichenblock, kommt her und malt was rein, denn Graffiti ist der subjektive und künstlerische Ausdruck unserer Generation". (Quelle: Privat)
3.)
Claes Oldenburg:
"Ich bin für eine Kunst, die etwas anderes tut, als auf ihrem Arsch im Museum zu sitzen. Ich bin für eine Kunst, die entsteht, ohne zu wissen, daß sie überhaupt Kunst ist, eine Kunst, die die Chance erhält, beim Nullpunkt zu beginnen. (...) Ich bin für eine Kunst, die sich selbst in den alltäglichen Unsinn verwickelt und doch an seiner Spitze steht (...) Ich bin für eine Kunst, die ihre Form direkt aus dem Leben bezieht (...)". (Quelle: "Baltimore", S. 16 f.)
2.)
Jean Baudrillard:
"Mit dem Graffiti bricht in einer Art von Aufstand der Zeichen das linguistische Ghetto in die Stadt ein. (...) Insurrektion, Einbruch in das Urbane als Ort der Reproduktion und des Codes - auf dieser Ebene zählt nicht mehr das Kräfteverhältnis, denn das Spiel der Zeichen beruht nicht auf Kraft, sondern auf Differenz; vermittels der Differenz also muss es attackiert werden. (...) Es genügen tausende mit Markers und Sprühdosen bewaffnete Jugendliche, um die urbane Signalethik durcheinanderzubringen, um die Ordnung der Zeichen zu stören". (Quelle: "Kool Killer", Der Aufstand der Zeichen)