Trotz einiger Gemeinsamkeiten unterscheiden sich Mountainbikes erheblich voneinander, wobei sich, abhängig vom Verwendungszweck, einige Grundtypen unterscheiden lassen...
Das Mountainbike ist schon lange nicht mehr bloß ein Fahrrad, das sich nur durch seine Stollenreifen von den „Normalsterblichen“ Zweirädern unterscheidet. Gerade in den letzten Jahren haben sich immer unterschiedlichere Arten von Mountainbikes herauskristallisiert. Mittlerweile ist unser treuer Spielgefährte nicht nur in den Bergen zu Hause, sondern traute sich mit der Zeit in die Welt der Städte und Skateparks. Mountainbikes stehen für Vielseitigkeit. Für Freiheit. Für Individualismus. Wir brauchen uns dank ihnen nicht auf eine Spielwiese festzulegen, sondern können täglich wählen, wo und wie wir unseren Endorphinpegel steigern möchten. Gerade wegen dieser Vielseitigkeit sollten wir nicht in ein allzu steifes Schubladendenken verfallen. Klar, für jeden Einsatzzweck gibt es inzwischen spezielle Bikes, aber wir sollten nicht vergessen, dass diese Evolution mit einem einzigem Bike begonnen hat. Egal, ob jemand seine Passion für Big-Mountain Freeride, Skatepark oder Downhill Racing entdeckt hat, wir gehören alle derselben Familie an. Auch kann man mit einem geschickt aufgebauten Hardtail überall ein bisschen spielen. Die Vorstellung der Bike-Kategorien (Bike-Typ) soll das Angesprochene Schubladendenken nicht stärken, sondern vielmehr zeigen, wie groß unsere Familie mittlerweile geworden ist.
4X, 4-Cross, Bike Cross (4X)
All Mountain (AM, ALL)
Bikepark (BP)
Cross-Country / Race (XC, CC-R)
Dirtjump, BMX, Freestyle (DJ, BMX)
Downhill (DH)
Downhill Rennen (DH-RC)
Dual Slalom (DS)
Enduro (ED)
Extrem-Freeride (FR-EX)
Freeride (FR)
Marathon (Ma)
Mountainbike, Trekking, Tour (MTB)
Slopestyle (SL)
Street, Trial, Urban Freeride (Urban)
Bike Typen:
Beschreibung:
Auf das Nötigste reduziert, ist dieses Mitglied der Mountainbike-Familie am unkompliziertesten. Meist sehr kleiner und robuster (Stahl-)Rahmen (12-16 Zoll), Single-Speed Antrieb, 80 bis 100 Millimeter Federweg, wahlweise auch mit Starrgabel und nur einer Bremse am Hinterrad. Sie werden zum Springen über Dirts eingesetzt und weisen meist deutliche Parallelen zum klassischen BMX auf. Auf eine Schaltung wird in der Regel verzichtet (Eingangräder, Single-Speed Antrieb). Der Sattel steht extrem tief, sodass man von einer Sitzposition im herkömmlichen Sinne nicht mehr reden kann, weil man die meiste Zeit im Stehen fährt. Rahmenkonstruktion und Anbauteile sind kompromisslos auf Stabilität ausgelegt, sodass man nicht nach jedem Sturz im Werkzeugkasten kramen muss. Gefahren wird meist mit breiten (2,1 - 2,4“) Reifen, die die Landungen dämpfen und durch das grobe Profil für eine bessere Haftung sorgen. Kleinere Laufräder, besonders 24“ machen das Bike handlicher und lassen es leichter bewegen. Dirtbikes sind dazu da, die Kreativität und Energie eines Riders in die Vollführung meist tollkühner Stunts einfließen zu lassen um ein Werk, mit nahezu perfektionistischer Vollkommenheit, zu kreieren, um sich über Dreckhügel zu schleudern, im Skatepark zu jammen und ordentliche Tricks bei der Homegrown Tour rauszuhauen. Das simple Prinzip dieser Bikes zeigt sich auch beim Preis.
Vollgefederte Bikes findet man in dieser Typenklasse in der Regel nicht. Wenn überhaupt, dann eine Federgabel. Weil sie jedoch teilweise Tricks verhindert, bei denen der Lenker komplett gedreht wird, sind auch Starrgabeln montiert.
Antrieb:
Single-Speed bis 9-fach Single Track
Sitzposition:
sehr tief und aufrecht
Bremsen:
Hydraulische oder mechanische Scheibenbremsen mit kleinen Scheiben (Ø ≤ 160mm) für ausreichend gute Bremsleistung. Ansonsten V-Brakes und hydraulische Felgenbremsen für eine gute Standfestigkeit.
Gewicht:
zwischen 10 und 13kg
Fazit:
Sie sind eine Mischung aus BMX- und Mountainbike. Spezialisiert für den Park oder launige Fahrten durch die Strassen der Stadt.
Preis:
ab ca. 500,00 Euro
Beschreibung:
Rennmaschinen für den harten 4X-Einsatz, die auf Dirtiumps auch keine schlechte Figur abgeben. Diese Bikes haben meistens einen Starrrahmen oder einen am hinterbau gefederten Rahmen mit wenig Federweg. Jedoch sind spezielle Rahmen etwas länger um bei hohen Geschwindigkeiten laufruhig zu bleiben. Die Bikes müssen hohe Sprünge und Stürze aushalten, sollten aber auch nicht zu schwer sein, damit sie schnell aus dem Startgatter katapultiert werden können. Hier zählen Stabilität und Leichtbau gleichermaßen, daher ist die Ausstattung robust und leicht zugleich. Klickpedale sind sinnvoll, da durch diese ein schnellerer Start ermöglicht wird. Aufgrund des besseren Antritts kommen meist Hardtails zum Einsatz. Allerdings sieht man im World Cup immer mehr Fullys, da die Strecken im Vergleich zu unseren nationalen Serien wie dem Mitteldeutschen 4X Cup wesentlich gröber, anspruchsvoller und meistens abschüssiger und mit heftigen Sprüngen, Bodenwellen und Anliegern gespickt sind. 4X ist eine Kontaktsportart. Bei einem Rennen starten „immer“ 4 Fahrer gleichzeitig aus einem Startgatter. Wer als erstes ins Ziel kommt gewinnt. Die meisten Rennen werden im K.O.-System ausgetragen, die ersten beiden eines Laufes kommen eine Runde weiter.
Weitere Angaben:
Einsatzbereich:
4X, 4-Cross, Bike Cross (4X)
Federweg v.:
100mm bis 120mm
Federweg h.:
0mm bis 110mm
Fahrwerk:
k/A
Antrieb:
bis zu 9-fach Single Track
Sitzposition:
kompakt und aufrecht
Bremsen:
Ausschließlich hydraulische Scheibenbremsen mit kleinen Scheiben (Ø ≤ 140mm) für durchschnittlich gute Bremsleistung.
Gewicht:
zwischen 12 und 14kg
Fazit:
k/A
Preis:
ab ca. 1.000,00 EUR
Beschreibung:
Slopestyle ist eine extreme Form des Mountainbike-Freeridens und ist vom Snowboard-Freeriding, Freeskiing und Motocross beeinflusst. Im Vordergrund stehen teilweise hohe und weite Sprünge über künstliche Hindernisse. Eine neue und immer beliebtere Richtung des Freeriden. Im Prinzip vergleichbar mit einem trickorientierten Dirt-Bike, das über Federweg am Hinterbau verfügt, um hohe Drops bei Slopestyle-Contests wegzustecken. Bremsleitungen und Schaltzug sind so verlegt, dass man beim Tricksen nicht eingeschränkt wird und ohne Probleme Bar Spins oder Tail Whips reißen kann. Allzu schwer wie ein Freeride Fully sollte es allerdings nicht sein, um die Handlichkeit für Trickmanöver zu gewährleisten. Gefahren wird mit spezieller Schutzkleidung, wie Halbschalen oder Integralhelm, eventuell Brust-, Schulter-, Arm- und Beinprotektoren sowie Handschuhen.
Ausschließlich standfeste, hydraulische Scheibenbremsen mit großen Scheiben (Ø ≤ 200mm) für maximale Bremsleistung. Sie sorgen auch bei Nässe für ordentliche Verzögerung.
Gewicht:
Zwischen 13 und 18kg
Fazit:
k/A
Preis:
ab ca. 1.500,00 EUR
Beschreibung:
Hightech-Geschosse mit massigem Federweg für den Kampf gegen die Uhr und gegen sich selbst sowie schnelle Abfahrten in schwerem Gelände. Dicke Schlappen und große Bremsscheiben verhelfen zu hohen Geschwindigkeiten auf wurzeligen und steilen Rennpisten wie die des iXS Cup. Robuste Parts sind bei den auftretenden hohen Belastungen der Abfahrten erforderlich und wesentlich wichtiger als Leichtbauspielereien. Wie der Name schon sagt, sind diese Bikes ausschließlich fürs Runterfahren gedacht, daher gilt ein Gewicht bis 22kg als noch akzeptabel. Die Rahmen sind vollgefedert und verfügen über große Federwege von teilweise mehr als 200mm. Es werden ausschließlich Doppelbrücken-Federgabeln verbaut, um die nötige Torsionssteifigkeit aufbringen zu können. Auch die Bremsen sind auf hohe Beanspruchung ausgelegt, weswegen Scheibenbremsen mit großem Durchmesser von 200mm und mehr zum Einsatz kommen. Die Reifen haben üblicherweise eine Breite zwischen 2,5 und 3,0“. Gefahren wird mit spezieller Schutzkleidung, wie Integralhelm, Brust-, Schulter-, Arm- und Beinprotektoren sowie verstärkten Handschuhen. Preislich muss man schon tief in die Tasche greifen, um ein vernünftiges, wettkampftaugliches Bike sein eigen nennen zu können.
Riesige Federwege garantieren maximalen Komfort und Durchschlagschutz. Ob das Fahrwerk beim Treten wippt, ist Nebensache. Auch die voluminösen Reifen könnten von einem Motorrad stammen.
Antrieb:
9-fach Single Track bis zu 2-fach Schaltung
Sitzposition:
kompakt und aufrecht
Bremsen:
Ausschließlich standfeste, hydraulische Scheibenbremsen mit großen Scheiben (Ø ≤ 200mm) für maximale Bremsleistung. Sie sorgen auch bei Nässe für ordentliche Verzögerung.
Gewicht:
zwischen 17 und 25kg
Fazit:
Sie sehen aus wie Motocross-Maschinen; nur das der Motor fehlt. Mit einem Downhiller fährt man besser nur noch Bergab. Aber dafür perfekt.
Preis:
ab ca. 2.000,00 EUR
Beschreibung:
Freeride-Bikes sind wie die Downhiller für den groben Einsatz in schwerem, abschüssigem Gelände konzipiert. Im Gegensatz zum Downhiller ist ihr Einsatzbereich nicht ausschließlich nur auf Abfahrten ausgerichtet, jedoch liegt das größte Augenmerk neben dem Uphill aber auf dem Downhill; breites Grinsen nach der Abfahrt ist somit garantiert. Durch moderne Dämpfungssysteme, die ein Wippen der langhubigen Federung beim Pedalieren verhindern, und (absenkbare) Federgabeln für eine bessere Steigfähigkeit auf steilen Streckenabschnitten, kann mit einem Freeride-Bike auch mal eine unvermeidliche Bergaufpassage aus eigener Kraft bewältigt werden. Freeride-Bikes bilden den Übergang von Enduro zu Downhill. Egal ob hohe Drops, North-Shore-Hühnerleitern oder schnelle Single Trails in den Alpen; ausreichend Federweg sorgen für Fahrspaß. Gefahren wird auch wie beim Downhill mit spezieller Schutzkleidung, wie Integralhelm, Brust-, Schulter-, Arm- und Beinprotektoren sowie verstärkten Handschuhen.
Riesige Federwege garantieren maximalen Komfort und Durchschlagschutz. Ob das Fahrwerk beim Treten wippt, ist Nebensache. Auch die voluminösen Reifen könnten von einem Motorrad stammen.
Antrieb:
9-fach Single Track bis zu 3-fach Schaltung
Sitzposition:
kompakt und aufrecht
Bremsen:
Ausschließlich standfeste, hydraulische Scheibenbremsen mit großen Scheiben (Ø ≤ 200mm) für maximale Bremsleistung. Sie sorgen auch bei Nässe für ordentliche Verzögerung.
Gewicht:
zwischen 15 und 20kg
Fazit:
Sie sehen aus wie Motocross-Maschinen; nur das der Motor fehlt. Mit einem Freerider fährt man besser nur noch Bergab. Aber dafür perfekt.
Preis:
ab ca. 1.500,00 EUR
Beschreibung:
Die Freeride-tauglichen Tourenbikes, die dank ihres Gewichts und dem etwas dezenteren Federweg auch bestens für Uphills geeignet sind, verfügen im Vergleich zum Cross-Country- oder Touren-Mountainbike über mehr Federweg, ein variables Fahrwerk sowie breitere und stärker profilierte Reifen. Der Lenker ist gekröpft, der Vorbau oft verstellbar und die Sitzposition aufrechter. Wer gerne Touren fährt, aber dabei trotzdem in den Genuss von adrenalinreichen Downhills kommen möchte, sollte ein solches Bike in Erwägung ziehen. Die Stabilität lässt sich aber keinesfalls mit der eines Freeride- oder Downhill-Bikes vergleichen, so dass man dicke Drops oder hohe Sprünge meiden sollte. Als Enduros immer mehr Federweg spendiert bekamen, verringerte man den Federweg und nannte diese Fahrräder „All-Mountain-Bikes". Diese haben etwas weniger Federweg und befördern den Biker noch schneller auf den Gipfel. Da sich Enduro- und All-Mountain-Bikes nicht gravierend unterscheiden, haben wir beide in eine Kategorie gepackt.
Weitere Angaben:
Einsatzbereich:
Enduro (ED) Freeride (FR) All Mountain (AM, ALL) Bikepark (BP) Mountainbike, Trekking, Tour (MTB)
Federweg v.:
120mm bis 160mm
Federweg h.:
120mm bis 160mm
Fahrwerk:
Wer viel bergauf fahren möchte, für den ist eine absenkbare Federgabel unabdingbar. Plattformsysteme, die das Wippen unterdrücken, werden nur dezent eingesetzt, damit die Federwege jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Das Fahrwerk ist insgesamt weich abgestimmt. Breite Reifen sorgen für maximale Traktion und Komfort.
Antrieb:
9-fach Single Track bis zu 3-fach Schaltung
Sitzposition:
kompakt und aufrecht
Bremsen:
Ausschließlich standfeste hydraulische Scheibenbremsen mit großen Scheiben (Ø ≤ 180mm) für maximale Bremsleistung. Sie sorgen auch bei Nässe für ordentliche Verzögerung.
Gewicht:
zwischen 12 und 16kg
Fazit:
Diese Bikes sind hart im Nehmen. Mit ihnen hat man bergab viel Spaß. Dennoch bieten sie auch bergauf einen gewissen Komfort.